Prävention und Gesundheitsförderung haben in Deutschland noch nicht den Stellenwert, den sie angesichts der aktuellen Entwicklungen bräuchten. Während medizinische Versorgung auf einer breiten Evidenzbasis und etablierten Strukturen aufbaut, sind Prävention und Gesundheitsförderung vielerorts weniger systematisch verankert und in ihrer Wirkung schwerer nachzuweisen. Das macht sie nicht weniger wichtig – im Gegenteil: Gesundheitsökonomische Stimmen betonen zunehmend, dass ein zukunftsfähiges Gesundheits- und Sozialversicherungssystem ohne wirksame Prävention kaum denkbar ist (Milan, V., Fetzer, S., & Hagist, C., 2021; Fetzer, S., & Hagist, C., 2024).
Genau hier setzt unser Beratungsprojekt mit der AOK Rheinland/Hamburg an. Gemeinsam entwickeln wir Grundlagen, um Aktivitäten der Prävention und Gesundheitsförderung zielgerichtet zu steuern und langfristig weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung von Qualitätsmanagement-Strukturen sowie eine datenbasierte Steuerung – damit Maßnahmen nicht nur umgesetzt, sondern auch nachvollziehbar geplant, priorisiert und verbessert werden können.
Ein zentraler Baustein ist dabei das Thema Wirkung: Welche Ansätze funktionieren für welche Zielgruppen – und unter welchen Bedingungen? Dazu identifizieren wir gemeinsam neue Perspektiven, ordnen aktuelle Entwicklungen ein und diskutieren diese in geeigneten Formaten mit Expert:innen. Ergänzend beraten wir zur Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit und unterstützen mit Trendforschung, um Prävention auch strategisch zukunftsorientiert auszurichten.
Quellen:
Milan, V., Fetzer, S., & Hagist, C. (2021). Healing, surviving, or dying? Projecting the German future disease burden using a Markov illness-death model. BMC Public Health, 21, Article 123.
Fetzer, S., & Hagist, C. (2024). Mehr Nachhaltigkeit wagen-Die Tragfähigkeit der Sozialversicherung in Deutschland.